Pressebericht SZ    
     Grundsatzentscheidung Hallenbad / Freibäder 04. Febr. 2013    HOME  

 

Schwäbische Zeitung  06.02.13

Der Weg ist frei für ein neues Hallenbad

Rat stimmt für Neubau „auf dem grünen Hügel“ – Entscheidung über Freibäder ist vertagt
Für das Hallenbad am Riedpark gibt es keine Zukunft mehr. Der Gemeinderat votierte für einen Neubau zwischen Kurhaus und Wohnmobilstellplatz.
 
Für das Hallenbad am Riedpark gibt es keine Zukunft mehr. Der Gemeinderat votierte für einen Neubau zwischen Kurhaus und Wohnmobilstellplatz. (Foto: Archiv)

Von Carmen Schwind (SZ)

BAD WURZACH Das Projekt „Hallenbad am grünen Hügel“ kann beginnen. Das haben die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung am Montag so beschlossen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Herbst 2016 geplant.

Die Entscheidung über die Zukunft der Freibäder wurde erst einmal vertagt. Im ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung hatte es geheißen, die Freibäder würden spätestens mit der Eröffnung des neuen Hallenbads geschlossen. Dieser Passus sei Bürgermeister Roland Bürkle nach eigenem Bekunden wichtig gewesen, „damit die Menschen jetzt schon wissen, was passiert“. Abgelehnt wurde ein Antrag, statt einem Hallenbad ein Lehrschwimmbecken zu bauen.

In der gut besuchten Sitzung hatten die Bürger zu Beginn die Möglichkeit Fragen an den Rat zu stellen. Die Zuhörer nutzten die Gelegenheit, um klar zu machen, wie wichtig für sie das Freibad Hauerz sei, dass es zum Dorf gehöre, noch funktionstüchtig sei und kostengünstig betrieben werde. Sandra Müller wies darauf hin, dass auch ein Dorf attraktiv bleiben müsse, und dass Freibad "das Herz des Orts ist und ein Treffpunkt für Familien und auch Senioren."

Bürgermeister Roland Bürkle machte den Anwesenden klar, wie wichtig ein öffentliches Hallenbad für Bad Wurzach, die rund 2500 Schüler der Stadt und die Vereine sei. "Das Hallenbad gibt Bad Wurzach ein unverwechselbares Profil und ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt", so der Schultes.

Für Ortsvorsteher Martin Menig war Robert Müller gekommen. Er erklärte dem Gemeinderat, dass der Ortsrat von Hauerz es als "Schlag ins Gesicht" sehen würde, wenn das Freibad Hauerz geschlossen werden würde. Man sähe ein, dass Bad Wurzach ein Hallenbad braucht, aber das Freibad in Hauerz sei eine gute Ergänzung. Gemeinderat Klaus Schütt wies darauf hin, dass Bad Wurzach kein Spaßbad brauchen würde, aber "ein Ganzjahresbad: Klein, aber fein." Er berichtete auch von Aussagen von Besuchern des jetzigen Hallenbads, die aus dem Umland kämen und das Preis-Leistungs-Verhältnis loben würden.

Allerdings waren nicht alle Gemeinderäte mit dem Beschlussvorschlag der Verwaltung einverstanden. Stadtrat Robert Stützle beantragte, über den Bau eines Lehrschwimmbeckens abzustimmen. Schließlich könnten die Bürger ja das Vitalium, das ein Außen- und Innenbecken hat, benutzen - hier ging ein Raunen durch die Menge der Zuhörer. Das gesparte Geld könne für den Abbau von Schulden oder für die Bildung von Rücklagen genommen werden. Roland Bürkle ergänzte, dass das wohl möglich sei, "aufgrund der vielen Briefe, die wir erhalten haben, wissen wir, dass das öffentliche Schwimmen den Menschen wichtig ist." Und so könne er den Schreiber sagen, dass sie wenigstens im Hallenbad schwimmen können, denn sonst gäbe es ja nur die Weiher. Der Antrag wurde in der Abstimmung abgelehnt.

Gemeinderat Hermann Müller hatte ebenfalls Änderungsvorschläge an den Beschlussvorschlag. Er schlug vor, dass in der Entwurfsplanung auch die Kosten für ein Nichtschwimmerbecken, einen Kleinkindbereich und eine mögliche Öffnung für einen späteren Außenbereich berücksichtigt würden. Außerdem sollten „angemessene Eigenmittel“ eingesetzt werden. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat angenommen.

(Aktualisiert: 07.02.2013 08:28)

 

VORLAGE

zu TOP

der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates

am 04.02.2013

Grundsatzentscheidung zur Zukunft des Hallenbads am Riedpark und der beiden Freibäder Bad Wurzach und Hauerz

   
       
  8. Beschlussvorschlag:

1. Der Gemeinderat stimmt dem Neubau eines für die Öffentlichkeit zugänglichen Hallenbades mit einem 25-Meter-Sportbecken am Standort „Grüner Hügel" zu.

2. Die Zustimmung erfolgt unter folgenden Voraussetzungen:

a. Die Freibäder Bad Wurzach und Hauerz werden spätestens mit Eröffnung des Neubaus des Hallenbads geschlossen. Investitionen in den Erhalt der Freibäder erfolgen nicht mehr.

b. Die Nebenanlagen des Hallenbades werden grundsätzlich auf einen Mindeststandard be-grenzt. Abweichungen hiervon können sich im Verlauf der Planung ergeben, bedürfen aber der Zustimmung des Gemeinderates.

c. Der Bau des Hallenbades erfolgt erst nach Zusicherung von Fördermitteln. Die Verwaltung wird beauftragt vor einem Baubeschluss diesbezüglich eine Klärung herbeizuführen.

d. Zur Finanzierung der Investitionskosten müssen mindestens 50 % Eigenmittel eingesetzt werden.

3. Unter den genannten Voraussetzungen wird die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit dem Projektsteuerungsbüro Drees & Sommer die Planungsleistungen bis zur dritten Leistungspha-se „Entwurfsplanung und Kostenberechnung" nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) einen Archtiekten auszuschreiben. Die Auswahlentscheidung des Architek-ten trifft der Gemeinderat.

4. Auf Basis dieser Planungsleistungen wird die Verwaltung beauftragt, Fördermittel aus der Tourismusförderung und aus dem Ausgleichsstock beim Land zu beantragen.

5. Dem vorgestellten zeitlichen Ablauf wird zugestimmt.

   
       
       
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  Über den geänderten Beschlussvorschlag wurde abgestimmt.    
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  Gemeinderat am 04.02.2013    
  Tagesordnungspunkt 6, öffentlich    
       
  Beschlussantrag Gemeinderat Hermann Müller    
   

1. Der Gemeinderat stimmt der Planung und Kostenermittlung für Herstellung und Betrieb für einen Neubau eines, für die Öffentlichkeit zugänglichen, Hallenbades mit einem 25-Meter-Sportbecken am Standort „Grüner Hügel" zu. Die Planung wird grundsätzlich auf diesen Mindeststandard ausgelegt. Optional sollen auch die Kosten für die Bausteine

Nichtschwimmerbecken

Kleinkindbereich

mögliche Öffnung für einen späteren Außenbereich

als Grundlage für den Beschluss zur Entwurfsplanung, voraussichtlich im September 2013, ermittelt werden.

2. Zur Finanzierung der Investitionskosten muss ein angemessener Eigenmittelbetrag eingesetzt werden. Verwaltung und Gemeinderat werden daher ab dem Haushaltsjahr 2013 Überschüsse für eine zweckgebundene Rücklage „Hallenbadneubau" aufbauen. Die erforderliche Eigenkapitalquote wird nach Vorliegen der Investitionskosten beim Beschluss der Entwurfsplanung festgelegt.

3. wie Verwaltungsvorschlag

Ziff. 4 und Ziff. 5 Verwaltungsvorschlag weggefallen

 

   
  Abstimmungsergebnis:   14 "Ja" Stimmen; 5 "Nein" Stimmen